Skip to main content

Seit Jahrzehnten schon gibt es das bei vielen Menschen beliebte Lotto 6 aus 49. Jeden Samstag fiebern unzählige Tipper den Gewinnzahlen entgegen und möchten den heiß ersehnten Lottogewinn, die „6 Richtigen“, ergattern. Natürlich kann dies gut verstanden werden und es ist generell auch nichts dagegen zu sagen, wenn wöchentlich oder monatlich ein kleiner Betrag, der dem Spieler finanziell nicht „weh tut“, für das Ausfüllen des Lottoscheins eingesetzt wird.

Niemand wird dabei auch großartig einen Gedanken an die Spielsucht verschwenden. Aber ist es schon eine Sucht, wenn unbedingt der Lottoschein abgegeben werden „muss“? Wann beginnt die Sucht? Kann man sich dagegen schützen? Was mache ich wenn ich feststelle, dass mein Partner oder meine Partnerin spielsüchtig ist? Oder wenn ich das Gefühl habe ich selbst bin spielsüchtig? Es gibt viele Fragen die man sich zum Thema Spielsucht stellen kann und natürlich gibt es darauf auch Antworten.

Gerade im Zeitalter des Internets haben sich diese Fragen nämlich auf einen größeren Personenkreis ausgedehnt. Denn auch über Sportwetten wurde die Problematik noch weiter vertieft. Inzwischen nämlich ist es ein Leichtes, gemütlich von zuhause aus per Klick den Wettschein abzugeben, was letztendlich auch die Suchtgefahr vergrößert.

Deshalb möchten wir uns hier mit einigen Fragen zur Spielsucht beschäftigen, die den Betroffenen dabei helfen sich selbst (oder Angehörigen) zu helfen oder aber professionelle Hilfe in Anspruch zunehmen. Natürlich sollte sich jeder Wettfreund mit diesem Thema befassen um frühzeitig erkennen zu können ob man gefährdet ist an Spielsucht zu erkranken oder vielleicht sogar schon erkrankt ist. Außerdem helfen die folgenden Informationen dabei Spielsucht frühzeitig zu erkennen.

Wer sich darüber informieren möchte wie man Spiel- bzw Wettsucht vermeiden kann, sollte sich mit dem Thema verantwortungsvolles Wetten befassen.

Wo fängt Spielsucht an?

Hierzu lässt sich am besten ein Gedanke der AA (Anonymen Alkoholiker) anführen. Dieser Gedanke besagt, das auch jemand der allabendlich konstant sein Glas Wein trinkt und sagt er braucht es, schon ein suchtgefährdeter Mensch ist. Dies lässt sich auch auf die Wett- bzw. Spielsucht übertragen. Wer ständig (z.b. täglich) wetten platziert, der sollte dringend sein Verhalten überdenken. Es müssen dabei folgende Fakten abgeklopft werden, die auf eine Wett- bzw. Spielsucht hindeuten:

Die Gedanken kreisen ständig um das Wetten. Auch wenn die Haushaltskasse eigentlich leer ist, wird Geld für den Lottoschein oder den Wettschein eingesetzt.
Es kommt zu Auseinandersetzungen mit dem Partner, der Partnerin, wenn kein Spielschein abgegeben werden konnte weil der Spieler unter stress steht.

Natürlich gibt es noch unendlich mehr an Spielen, die süchtig machen können. Doch wir wollen uns an dieser Stelle natürlich vor allem um den Bereich der Sportwetten kümmern und die Lottozahlen oder Casinos etwas außer Acht lassen, auch wenn hier natürlich jeweils ebenfalls ein großes teilweise sogar noch größeres Suchtpotenzial vorhanden ist als bei Sportwetten. Aber diese Webseite beschäftigt sich nun ausschließlich mit Sportwetten, weshalb wir in diesem Artikel auch vorallem die Wettsucht thematisieren möchten.

Wie erkennt man das man Spielsüchtig ist?

Dazu gibt es einen Selbsttest, den Spieler für sich beantworten können oder er wird stellvertretend für den Partner oder die Partnerin ausgeführt. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist dabei aber das oberste Gebot! Hier die Testfragen:

Schaffen Sie es das Spiel/Glückspiel über einen längeren Zeitraum zu unterlassen (eine oder zwei Wochen)?
Setzen Sie mehr Geld ein als Sie geplant haben?
Haben Sie das Bedürfnis die gemachten Verluste wieder einspielen zu müssen?
Setzen Sie erzielte Gewinne sofort wieder ein um noch höhere Gewinne zu erzielen?
Borgen Sie sich Geld um spielen zu können oder setzen Sie Geld das Ihnen nicht gehört?
Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie gespielt haben?
Vernachlässigen Sie Familie, Job und soziale Kontakte um spielen zu können, vernachlässigen Sie unter Umständen sogar den Haushalt oder ihr Äußeres?
Leidet Ihre berufliche Karriere, das Studium, die Ausbildung oder die Schule unter dem Glücksspiel?
Können Sie gedanklich nicht vom Spiel lassen, kreisen Ihre Gedanken ständig um das Spiel und darum ob und wann Sie wieder Gelegenheit haben werden zu spielen?
Leiden Sie unter Unruhe, Angstzuständen, Schlaflosigkeit oder Aggression, wenn Sie keine Gelegenheit haben zu spielen?
Verschweigen Sie Ihren Angehörigen und Freunden, dass Sie spielen oder wie hoch Ihre Einsätze und Verluste sind?

Wer schon eine einzige Frage mit „Ja“ beantworten kann, sollte sein Verhalten in Bezug auf das Spiel überprüfen und überdenken. Wer keine Frage mit „Ja“ beantwortet hat, für den ist alles im grünen Bereich, er spielt einfach gerne und für ihn ist das nur ein netten Freizeitvergnügen für zwischendurch. Wurden gar mehrere oder sogar alle Fragen mit „Ja“ beantwortet, ist dringender Handlungsbedarf geboten.

Warum kommt es zur Spiel- bzw Wettsucht?

Das Internet ist heute die Spielsuchtfalle Nummer eins, denn wie schon angedeutet ist es inzwischen nicht mehr notwendig, das Haus zu verlassen und in die nächste Wirtschaft zu gehen oder in eine Spielhalle, um einen Spielautomaten zu füttern oder den Wettschein auszufüllen. Dies geschieht inzwischen ganz bequem von zu Hause aus. Es muss einfach der Rechner hochgefahren werden, den Account beim Wettanbieter schnell eröffnen oder mit dem entsprechenden Kleingeld per Online-Überweisung aufladen, schon kann innerhalb von Sekunden ein Wettschein ausgefüllt und übermittelt werden. Und schon kann es weiter gehen mit der Zockerei. Dabei ist zum einen die Verlockung nach hohen und immer noch höheren Gewinnen sehr groß. Schließlich könnte ja der Wett- oder Lottogewinn erfolgen, der einem ein sorgenfreies Leben bietet – so wie es die Werbung oft suggeriert.

Aber auch emotionale Defizite verleiten zum Spiel, hier wird dann nicht um Geld gespielt, sondern um Anerkennung und zum Vergnügen, wobei beide Suchtarten für sich gleichermaßen gefährlich und unbeddenklich sind. Der Spielsüchtige der um Geld spielt kann sich und die Familie soweit in den Abgrund spielen, dass die Beziehung zerbricht, und dass unendliche hohe Schulden entstehen. Der Spielsüchtige, der um Anerkennung spielt, für den dreht sich das ganze Leben nur noch um das Spiel. Job, Familie und das restliche Leben werden komplett ignoriert und ausgeblendet, er/sie lebt nur noch im und für das Spiel. In der Regel ist der Grund für dieses ungesunde Verhalten in der Psyche eines Spielsüchtigen zu suchen. Eine fundierte Therapie ist hier oftmals der einzige Weg, um der Spielsucht zu entkommen, wobei sie ein Leben lang spielsüchtig bleiben, ähnlich wie ein trockener Alkoholiker. Wenige können später vernünftig mit dem Spiel umgehen, daher ist im Falle einer Spielsucht die komplette Abstinenz vom Spielen und Wetten mit Geld wo die beste Lösung für Spielsüchtige.

Was tun wenn man selbst (oder der Partner) zur Spielsucht neigt?

Stellt man fest, dass der Partner(in) zur Spielsucht neigt, sollte der erste Schritt das vorsichtige einfühlsame Gespräch sein. Falsch ist es, den potenziell Süchtigen mit Vorwürfen zu überschütten. In der Regel kann aber gesagt werden, dass die Spielsucht oft verleugnet wird. Der nächste Schritt wäre ein Gespräch mit dem Hausarzt und dann auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, denn auch Angehörige von Spielsüchtigen sind dort willkommen und finden Hilfe und Unterstützung. Hat ein Wetter selbst den Verdacht, spielsüchtig zu sein, kann gratuliert werden, denn das ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung. Auch in dem Falle gilt es zuerst einmal, das Gespräch mit dem Hausarzt zu suchen, der mit Sicherheit einen Therapeuten in der Umgebung vermitteln kann oder andere Hilfen anbieten kann, um von der Sucht loszukommen. Der Weg wird nicht einfach sein, er wird eine gehörige Portion Disziplin und Kraft erfordern, doch es ist zu schaffen. Hinterher kann der Süchtige stolz auf seine Leistung sein. Für einige Menschen wird es bedeuten, dass sie sich ein Leben lang von jeglichen Arten von Spielen fern halten müssen.

Wege aus der Sucht – Hol dir Hilfe!

Zuerst einmal ist der Grund zu finden, warum wird gespielt? Um zu gewinnen, oder um Anerkennung zu erreichen?

Der Spieler, der nach Gewinnen und nach Reichtum strebt, dem kann nicht oft genug vor Augen gehalten werden, dass die Wahrscheinlichkeit, wirklich einmal den großen Jackpot zu knacken, nahe null geht. Selbstverständlich kommt oft das Argument „Ich habe aber letztes Mal gewonnen“. Sofern dieser noch Mensch zugänglich ist, kann hier vorgerechnet werden, dass zum Beispiel 150 Euro gewonnen wurden – aber wie hoch war der Einsatz in den Tagen, Wochen und Monaten vorher? Wer hier als Spieler ehrlich ist, der wird häufig blass, denn manchmal kommen dabei hunderte oder im schlimmeren Fall sogar tausende von Euro zusammen, die eingesetzt wurden, um einmal 150 Euro als Siegprämie einstreichen zu dürfen.

Wer um Anerkennung oder um ein ständiges Vergnügen spielt, der benötigt dringend eine Alternative und vor allem einen verständnisvollen Therapeuten, der sich mit Spielsucht auskennt. Das Leben bietet so viele attraktive Möglichkeiten, bei denen man Anerkennung finden kann, die ein tristes Spiel, und nichts anderes sind Sportwetten, niemals geben kann. Es gibt bei allen Spielen die Möglichkeit, sich selbst ein Limit zu setzen. Bei seriösen Glücksspiel-Anbietern ist oftmals die Selbstsperre oder eine selbst ausgewwählte Limitierung möglich, sie sollte auch angewendet werden.

Wo finde ich Hilfe?

Die Caritas bietet bundesweit Hilfe für Spielsüchtige, deren Angehörige und Spielsuchtgefährdete Menschen an.
Adresse: Fachstelle für Glücksspielsucht der Caritas
Caritasverband Rhein-Kreis Neuss e.V.
Montanustr. 40, 41515 Grevenbroich
Infotelefon: 02131 / 889170
Im Internet unter www.spielsucht.net

Ein weiterer Ansprechpartner ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Adresse: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Ostmerheimer Str. 220, 51109 Köln
Infotelefon: 0800 / 1372700
Im Internet unter www.spielen-mit-verantwortung.de oder www.bzga.de

Der Fachverband für Glücksspielsucht ist ebenfalls ein kompetenter Ansprechpartner.
Adresse: Fachverband Glücksspielsucht e.V.
Meinderstraße 1a, 33615 Bielefeld
Infotelefon: 0521 / 55772124
Im Internet unter www.gluecksspielsucht.de

Wem das alles zu öffentlich ist, der hat die Möglichkeit, sich an die Anonymen Spieler zu wenden, diese findet ein Spielsüchtiger auf der Internetseite: http://www.anonyme-spieler.org/.

Für türkischsprachige Informationen gibt es die Telefonnummer 0800-3264762 und für Informationen in russischer Sprache ist die Rufnummer 0511-7014664 geschaltet.

Wenn du zur Spielsucht neigst, nimm die Hilfe der oben genannten Stellen in Anspruch, es ist nie zu spät um etwas in seinem Leben zu ändern!


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *